Ein kurzes (!) Plädoyer für FOSS

prolog zur neuen reihe #N3rdsForN00bs

“häh, FOSS, was’n das? nie gehört.”

FOSS steht für Free and Open Source Software. das erklärt eigentlich schon alles. gar keine frage, “Free” ist immer gut, vor allem für solche geizkragen wie mich. (edit: nur nach ein paar minuten bereits eines besseren belehrt. genau so möchte ich das haben!!!) der wichtigere teil ist aber das “Open Source.”

im gegensatz zu proprietärer software ist der quelltext (source code) für alle einseh- und auch veränderbar. die software darf zudem vervielfältigt und verteilt werden, mit einschränkungen natürlich. es kommt meist die GNU General Public License zum tragen.

“sehr schön. aber was kümmert mich das?”

der knackpunkt an der ganzen sache ist die einsehbarkeit des source codes. der quelltext wird vom rechteinhaber nicht wie das coca cola-rezept hinter schloss und riegel gehalten, sondern kann von allen entwicklern und nutzern eingesehen, verbessert und auf fehler überprüft werden. genau das ist der springende punkt in der überwachungsgeschichte, in der wir uns gerade befinden; worauf ich jetzt nicht näher eingehen möchte.

es dürfte kein geheimnis mehr sein, dass jede und jeder, der elektronisch kommuniziert, ein potentielles opfer der geheimdienstüberwachnung sein kann. nicht, weil wir vielleicht intressant wären, but because they can. somit wird es immer wichtiger, software zu benutzen, die abhörsicher ist — oder zumindest eine grosse hürde darstellt. dabei spielt es keine rolle, ob es das ganze betriebssystem ist, das emailprogramm, der browser oder der media player. alles ist betroffen.

wenn nun der source code solcher programme offen zugänglich ist, haben viel mehr leute die möglichkeit, ihn auf sicherheitslücken wie etwa backdoors zu überprüfen. falls jetzt aber zum beispiel (!!!) microsoft irgendwelche hintertürchen bei outlook eingebaut hat oder sogar dazu gezwungen wurde, dann bekommt das niemand mit und die mails über outlook können ungehindert mitgelesen werden. schlimmere konsequenzen hat das natürlich bei so sachen wie verschlüsselung, siehe dazu unter anderem: “Revealed: how US and UK spy agencies defeat internet privacy and security” (the guardian).

das soll nicht heissen, dass open source software nicht auch opfer von backdoors oder anderen attacken sein kann. sowas wird aber sehr schnell entdeckt, weil die entwicklercommunitys oftmals über die ganze welt verstreut sind und bei den grösseren projekten mehrere hundert oder sogar einige tausend leute umfassen. falls dort jemand unfug treibt, fliegt es ziemlich schnell auf.

uns ist es doch auch lieber, wenn wir alle zutaten kennen, die der bäcker für unser brot braucht.

–––

das soll mal ein auftakt gewesen sein. in der nächsten zeit werde ich versuchen, einige FOSS alternativen zu den “grossen” vorzustellen und zeigen, wie man seine internetkommunikation mit nur wenigen mausklicks und routineänderungen exponentiell verbessern und sichern kann. internetkonform gibt’s dazu einen hashtag: #N3rdsForN00bs. ich bin wahrlich kein experte auf dem gebiet, aber ich bewege mich schon etwas länger als mittelklassiger power user in diesen “sphären.”

ganz im sinne von FOSS will ich mein bescheidenes wissen frei haus teilen und auch unbedingt zu verbesserungen, ergänzungen und dergleichen anregen. ich möchte schliesslich auch dazulernen.

<klammer auf>stein des anstosses war übrigens eine sehr ausgiebige diskussion auf twitter gestern abend, nachdem ich das video zu jacob applebaums vortrag beim jüngsten chaos communication congress (30C3) des chaos computer clubs gepostet hatte.</klammer zu>

Advertisements